Dienstag, 20. Oktober 2015

[ # ernährung ] Food Literacy: Handbuch mit Toolbox für die Ernährungsbildung

Der Begriff Food Literacy verbindet die Themen Ernährung / Lebensmittel mit Kompetenzbildung, wobei es aber nur unzulänglich mit „Ernährungsbildung" zu übersetzen ist.

In der internationalen Bildungsdebatte wird „Literacy" zunehmend als Begriff verwendet, der weit über seine ursprüngliche Bedeutung (Lese- und Schreibfähigkeit) hinausgeht. Mittlerweile bezeichnet etwa „functional literacy" ein Bündel von fachlichen und sozialen Kompetenzen, die Menschen benötigen, um ihr Leben in der Gemeinschaft gleichberechtigt, aktiv und verantwortlich gestalten zu können. In diesem Umfeld soll Food Literacy als Begriff und Bildungsinhalt verankert werden, als „die Fähigkeit, den Ernährungsalltag selbstbestimmt, verantwortungsbewusst und genussvoll zu gestalten.

Durch die Integration von Food Literacy als Querschnittsthema in bestehende Angebote der Erwachsenenbildung und -beratung können die Zielgruppen besser angesprochen werden. Dabei geht es keineswegs darum, Menschen dazu zu bringen, sich an vorgegebene Ernährungsempfehlungen oder gar Rezepte zu halten. Sowohl inhaltlich als auch didaktisch wird eine neue Perspektive vorgeschlagen: weg von der Belehrung, hin zu Selbstbestimmung und Empowerment. Der Alltag - auch der Ernährungsalltag! - muss bewältigt werden: Berufliche Anforderungen lassen immer weniger Zeit für die Versorgungsarbeit in der Küche, gleichzeitig steigen die Ansprüche an gesundes, schmackhaftes Essen.

Die Idee für Food Literacy geht zurück auf ein internationales Kooperationsprojekt im Rahmen des SOCRATES-GRUNDTVIG-Programms der EU-Kommission. Das handbuch ist auch für Sprachenlerner nicht ohne, denn es liegt in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Schwedisch, Ungarisch, Lettisch und Slovenisch vor.


[DIversität ⇔ UNIversität]⇒

Lohnt sich ein Download? Ein Blick in das Handbuch und die Methodensammlung:

Teil 1: Warum Food Literacy?
Begriffsklärung: Was ist Food Literacy?
Warum ist die Einführung von Food Literacy notwendig?
Ziele und Anliegen des Projektes
Wer kann das Handbuch benutzen?
Welche Vorteile ergeben sich daraus?
Food Literacy: Ein neuer Ansatz in der Ernährungsbildung
Bildungsziele und Kompetenzen
Perspektivenwechsel: neue Inhalte und Methoden

Teil 2: Gut zu wissen und gut zu gebrauchen
Ernährungsalltag heute
Die kulturelle Dimension der Ernährung
Die soziale Dimension der Ernährung
Die biografische Dimension der Ernährung
Die physiologische Dimension der Ernährung
Die ökonomische und politische Dimension der Ernährung
Die ökologische Dimension der Ernährung
Lebensmittelqualität: Was ist gut?

Teil 3: Methodensammlung für die Kurs- und Beratungspraxis
Praktische Tipps für TrainerInnen und BeraterInnnen
Anregungen für die Vorbereitung
Die innere Haltung
Checkliste: Wellness im Kursalltag
Gendergerechte Kursgestaltung
Methodensammlung

Teil 4: Literatur und Links

Keine Kommentare: